Anbetung:

Die eucharistische Anbetung ist die Fortsetzung der Heiligen Messe. Die in dieser Feier in den Leib des Herrn gewandelte Hostie, wird in einer Monstranz zur Anbetung ausgesetzt. So kann Jesus Christus, der dann durch seinen Leib besonders gegenwärtig ist, angebetet werden. Meistens halten die Schwestern stille Anbetung, bei der jede schweigend ihre Liebe zu Gott zum Ausdruck bringt und  ihre persönlichen Anliegen vor Gott trägt.

Armut: 

Eins der drei Gelübde, die ein Ordenschrist ablegt. Sie bedeutet in erster Linie eine enge Bindung an Gott. Das Gelübde ist mit dem Verzicht auf persönliches Eigentum und der materiellen Abhängigkeit an die Ordensgemeinschaft verbunden. Zur franziskanischen Armut gehört auch die Solidarität mit den Notleidenden und ein bewusst einfacher Lebensstil.

Berufung:  Als Christen glauben wir, dass jeder Mensch von Gott her zu einer besondere Aufgabe berufen ist. Zu den Aufgaben eines Christen gehört es, diese zu entdecken. Als Ordensfrauen glauben wir, zu diesem Leben berufen zu sein, das wir leben.
Beschlüsse der Kapitel:

Bei Kapiteln (Versammlungen von Schwestern) werden Beschlüsse gefasst, die den Inhalt der Satzungen ergänzen oder konkretisieren.

Demut:  Demut (lat. humilitas) bedeutet wörtlich: "Erdverbundenheit" und meint das Anerkennen der eigenen Grenzen und Schwächen.
Ehelosigkeit: 

Eins der drei Gelübde, die ein Ordenschrist ablegt. Es besteht in der völligen Hingabe an Gott und in vollständiger Keuschheit. Es schließt die Gründung einer eigenen Familie aus und bedeutet Verfügbarkeit für die Ordensgemeinschaft.

Eucharistie: 

(von griech. eucharistia: Danksagung) Die Feier der Eucharistie ist die Feier der Heiligen Messe. In dieser Form des Gottesdienstes wird das Letzte Abendmahl Jesu gegenwärtig, und die Gläubigen haben die Gelegenheit, den Leib und das Blut Jesu zu empfangen und sich so ganz eng mit Jesus Christus zu verbinden. Die Eucharistiefeier ist die Dankesfeier dafür, dass sich Jesus in seinem Tod am Kreuz ganz für uns Menschen hingegeben hat.

Franziskaner (-innen) 

Mitglieder der franziskanischen Ordensgemeinschaften. Der gesamte Franziskanische Orden gliedert sich in drei Orden: Zum Ersten Orden gehören die Franziskaner, Minoriten und Kapuziner, zum Zweiten Orden die Klarissen und zum Dritten Orden gehören die Franziskusbrüder und die Franziskanerinnen. Dieser Regulierte Dritte Orden (früher: Klösterlicher Dritter Orden) besteht aus zahlreichen Brüder- und Schwesterngemeinschaften, die alle selbständig sind, jedoch in der INFAG (intergranziskanische Arbeitsgemeinschaft) vernetzt sind. Eine Übersicht über die franziskanische Ordensfamilie finden Sie hier.

Franziskanische Grundhaltungen:  Dazu gehören vor allem die Demut, die Armut und der Gehorsam.
Gehorsam:  

Eins der drei Gelübde, die ein Ordenschrist ablegt. Es bedeutet das Versprechen, auf die Stimme Gottes zu hören. Es bedeutet aufeinander zu hören, auf die Worte der Vorgesetzten zu hören und im persönlichen Gebet die Stimme Gottes zu hören. Alle drei Faktoren zusammen lassen uns im geistlichen Unterscheidungsprozess die Stimme Gottes hören.

Franziskanischer Gehorsam besteht vor allem darin, "einander freiwillig zu dienen und zu gehorchen" (Reg 8, 25).

Geist der Hingabe und des Gebetes:

Der heilige Franziskus und die heilige Clara ordneten in ihren Ordensregeln an, die Brüder und Schwestern sollten bei ihrer Arbeit darauf achten, dass der Geist der Hingabe und des Gebetes nicht ausgelöscht werde. Das bedeutet, dass die Arbeit nicht zum Selbstzweck werden darf oder so überhand nehmen darf, dass dadurch das innere Gebet (die ständige Verbindung zu Gott im Gebet) nicht abbricht.

Gelübde:

Die feierlichen Versprechen, die eine Ordensfrau oder ein Ordensmann nach einer Zeit der Vorbereitung (Postulat und Noviziat) ablegt. In den meisten Orden sind es die drei Gelübde: Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam. 

Habit:

Ordensgewand, zu dem in den franziskanischen Gemeinschaften auch das Zingulum und oft auch ein Skapulier gehört.

INFAG:  Interfranziskanische Arbeitsgemeinschaft 
Intuitionen: 

Eingebungen von Gott. Menschen, die eine enge Beziehung zu Gott haben, erfahren Eingebungen im Gebet von Gott, die bei anderen Menschen teilweise Unverständnis auslösen.

Juniorat: Das Juniorat ist die Zeit vom Noviziat bis zur Ewigen Profess (mindestens fünf Jahre).
Klara von Assisi:  Sie war die erste Frau in der Nachfolge des heiligen Franziskus. Sie gründete den Orden der Klarissen (den Zweiten Orden der Franziskanischen Familie) und schrieb dafür eine eigene Regel, die einzige Ordensregel, die von einer Frau geschrieben wurde.
 Klausur

Von lat. clausura (Verschluss) Ein abgegrenzter Bereich im Kloster ist uns Schwestern vorbehalten. Er dient uns als Ort des Rückzugs und der Besinnung. Unsere  Zimmer, Gemeinschaftsräume und das Refektorium (Speisesaal) liegen im Klausurbereich. Es geht dabei nicht darum, dass wir die Welt „aussperren“ und uns „abschotten“ wollen. Vielmehr ist es ein geschützter Bereich, in den wir uns zurückziehen können, um Kraft für unseren Dienst in der Welt zu schöpfen und auch in den Anliegen der Menschen zu beten.

Kreuzweg: 

Bei der Kreuzwegandacht handelt es sich um eine Betrachtung der 14  Stationen des Leidensweges Jesu nach Golgotha. Diese Form der Betrachtung wird besonders von den franziskanischen Ordensgemein-schaften gepflegt, die die Nachfolge Jesu auf Seinem irdischen Lebensweg in den Mittelpunkt ihrer Berufung stellen.

Noviziatsleiterin/ Novizenmeisterin:

Die Schwester, der die Postulantinnen und/ oder Novizinnen zur Aus-bildung anvertraut sind.  

Noviziat: 

Probezeit im Orden, bevor jemand die Gelübde ablegt. Meist geht dem Noviziat ein Postulat als Vorstufe voran. Bei der Aufnahme ins Noviziat erhält die Kandidatin oder der Kandidat normalerweise das Ordensgewand (den Habit) und den Ordensnamen, legt aber noch kein Versprechen ab.Das Noviziat dauert ein bis zwei Jahre. 

Oberin: Verantwortliche Leiterin eines Klosters
Oratorium von lat. orare ( beten)

Hier findet unser gemeinsames Gebetsleben statt. Wir treffen uns dort  zum gemeinsamen Stundengebet, zum Rosenkranz und zur eucharistischen Anbetung. Wir Schwestern haben hier unsere festen Gebetsplätze. Viele Schwestern beten dort auch im Laufe des Tages still für sich. Anders als die Kirche ist das Oratorium für die Bevölkerung nicht von außen frei zugänglich. Doch einmal in der Woche feiern wir dort gemeinsam mit anderen Gottesdienstbesuchern Heilige Messe.

Ordensleben:

(von lat. ordo: Ordnung) Seit dem 3. Jahrhundert n. Chr. haben sich Christen zu Gemeinschaften zusammengeschlossen, um entschieden ganz für Gott zu leben und damit auf die Gründung einer eigenen Familie zu verzichten. Sie gaben sich eine Lebensordnung (auch Regel genannt), die dann jeweils von der Katholischen Kirche offiziell anerkannt wurde. Um als katholischer Orden anerkannt zu werden, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein, die von der Kirche vorgegeben werden.

Ordensname:  Bei der Aufnahme ins Noviziat erhält die Novizin einen Ordensnamen, den sie selbst wählen darf.
persönliches Gebet: 

Die tägliche persönliche Gebetszeit besteht in einer Stunde (oder einer etwas kürzeren Zeit) des ganz persönlichen Betens. Dies kann ganz unterschiedliche Formen haben und auch an unterschiedlichen Orten geschehen. So kann jede Schwester ihre ganz persönliche Gottesbeziehung pflegen. Häufig gehört zum persönlichen Gebet auch die Betrachtung eines biblischen Textes.

Postulat:

Erste Probezeit im Orden, bei der die Bewerberin sich ins Ordensleben einübt und die Lebensweise der Schwestern kennenlernt. Das Postulat dauert meistens mehrere Monate.

Profess  Von lat. professio (Bekenntnis)
Die Profess ist die öffentliche Ablegung der Gelübde Ehelosigkeit, Armut und Gehorsam. In unserer Gemeinschaft verspricht die Novizin die Gelübde  nach dem Noviziat zunächst für 2 Jahre (Erstprofess).  Nach dieser Zeit folgt die  Zwischenprofess, bei der sich die Schwester für weitere drei Jahre bindet.  Mit der Profess auf Lebenszeit (nach 5 Jahren) verpflichtet sich die Schwester, für immer nach den Evangelischen Räten in unserer konkreten Ordensgemeinschaft zu leben.
Refektorium Von lat. refectio  (Wiederherstellung, Labung) Das Refektorium ist  der Raum, in dem ein wichtiger Teil unseres Gemeinschaftslebens stattfindet. Hier essen wir gemeinsam und es finden auch Kapitel und Wahlen statt. Wir feiern  gemeinsame Feste und treffen uns zur Rekreation.
Regel:

Die Ordensregel unserer Gemeinschaft ist die des Regulierten Dritten Ordens des heiligen Franziskus. Sie wurde 1982 überarbeitet und von Papst Johannes Paul II. approbiert (offiziell zugelassen).

Regulierter Dritter Orden:  Verschiedene Gemeinschaften von franziskanischen Brüdern und Franziskanerinnen haben eine gemeinsame Ordensregel (Regel vom Regulierten Dritter Orden). 
Daneben gibt es den weltlichen Dritten Orden (heute Franziskanische Gemeinschaft genannt), dem Nicht-Ordensleute angehören.
 Rekreation von lat. recreatio (Erholung)

Ein Mal in der Woche gibt es eine feste Zeit, in der wir Schwestern uns zum gemütlichen Beisammensein im Refektorium treffen. Wir sitzen zusammen, unterhalten uns, manche basteln, handarbeiten oder spielen miteinander. Zusätzlich zu den Mahlzeiten bietet die Rekreation uns die Möglichkeit, Gemeinschaftsleben in der größeren Gruppe zu pflegen. Früher gab es im klösterlichen Alltag noch mehr Schweigezeiten. Die Rekreation war dann eine willkommene Gelegenheit, sich zu unterhalten und auszutauschen und fand deshalb mehrmals pro Woche statt.

Rosenkranz:

Das Rosenkranzgebet ist ein meditatives Gebet, das mit Hilfe einer Gebetskette vollzogen wird, die aus  59 Perlen besteht. Dabei wird das Leben Jesu mit den Augen Marias betrachtet. Das Rosenkranzgebet lebt von der wiederholenden Betrachtung einzelner Geheimnisse des Lebens Jesu und soll den Betenden näher zu Jesus führen.

 

Satzungen:

Die Satzungen ergänzen die Ordensregel und werden regelmäßig überarbeitet und an die veränderten Zeitumstände angepasst. Die gegenwärtigen Satzungen unserer Gemeinschaft sind von 1985, werden jedoch zurzeit überarbeitet.

Skapulier: 

schmaler Überwurf, der über dem Habit getragen wird.

Spiritualität:

von lat. spiritus (Geist): bezeichnet die geistliche Ausrichtung der christlichen Nachfolge. Während andere Orden ihr Schwergewicht auf das gesungene Chorgebet, auf die Predigt oder andere Dinge legen, ist der Mittelpunkt der franziskanischen Spiritualität das konsequente Leben in der Nachfolge Jesu. Das Leben nach dem Evangelium ist damit die wichtigste franziskanische Verkündigung.

Stundengebet:

Das kirchliche Stundengebet (früher: Brevier) besteht aus mehreren Gebetseinheiten, die über den Tag verteilt - meist in Gemeinschaft - gebetet werden. Hauptgebetszeiten sind die Laudes am Morgen, die Mittagshore am Mittag, die Vesper am Abend und die Komplet als Abschluss des Tages.

Tau: 

Das Zeichen des Tau (griechischer Buchstabe) war ein vom heiligen Franziskus häufig benutztes Segenszeichen. Den ausführlichen Hintergrund finden Sie hier.

 Visionen:

(von lat. videre: schauen) "Schauungen": visuelle Eingebungen, die Menschen von Gott empfangen, die eine besonders enge Gottesbeziehung haben.

 Zelle

Von lat. cellare (bergen, verbergen)
Die Zelle im Kloster ist der geschützte Bereich (das Zimmer) der  jeweiligen Schwester. Hierhin kann sie sich zurückziehen; es ist ihr privater Bereich, in dem sie betet, wohnt und schläft. Da diese Räume in der heutigen Zeit größer sind und wir sie auch mit persönlichen Gegenständen gestalten, sprechen wir kaum noch von Zellen, sondern von unseren Zimmern.

 

Zingulum: 

Franziskanischer Strick mit drei Knoten, die die drei Gelübde symbolisieren. Oft ist ein Rosenkranz daran befestigt.