Ihm die Herzenstür öffnen

Sieh o Herr, mein Herz steht dir offen und ist bereit.

(Hl. Crescentia)

Zu den Tätigkeiten im Kloster gehörte für Schwester Crescentia der Dienst der Pförtnerin. Vielen Ratsuchenden öffnete sie Türen. Dies geschah nicht nur äußerlich sichtbar. Als „Heilige des offenen Herzens“ war sie Trösterin für viele Menschen. Der Ursprung dafür lag in ihrer Offenheit für den Herrn. Es war ihr Bestreben, IHM Wohnung und Bleibe in ihrem Herzen zu bereiten.

Mit dem ersten Adventssonntag beginnt das Kirchenjahr. Dies ist eine Zeit des Wartens auf die Ankunft des Herrn. In vielen adventlichen Liedern spiegelt sich das wieder.

Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Tür dir offen ist, so drückt es Georg Weissel in der fünften Strophe des bekannten Adventsliedes „Macht hoch die Tür“ aus. Wir Menschen sind auf Gott hin geschaffen. Hinter dem Sehnen nach Ganzheit und Liebe verbirgt sich eine tiefe Gottessehnsucht. Oft nehmen wir diese im geschäftigen Alltag nicht mehr wahr oder versuchen sie durch Ersatzbefriedigungen zu stillen. Dies führt nicht selten zu Frustration, innerer Leere und Unzufriedenheit.

Dennoch sehnt sich Gott danach, in meinem Herzen zu wohnen. Immer wieder bittet  Christus darum, dass ich IHN aufnehme. Er erwartet keinen Palast, sondern gibt sich mit meiner „ärmlichen Hütte“ zufrieden. Da Gott sich keinen gewaltsamen Eintritt verschafft, ist es meine Aufgabe, IHM mein Herz zu öffnen.

Der Advent als Zeit der Vorbereitung lädt ein, mir vermehrt Momente der inneren Einkehr und des Gebets zu gönnen. Nur wenn ich zur Ruhe komme und beginne, mit dem Herzen zu hören, kann ich das sanfte Anklopfen Gottes wahrnehmen. Immer wieder neu ist ER auf Herbergs-suche.

Crescentia - sei Du die Pförtnerin meiner Herzenstür. Hilf mir, sie zu öffnen, so dass ich mit Dir beten kann: „Sieh o Herr, mein Herz ist offen und ist bereit