
Diese Worte von Sr. Maria Crescentia zeigen, wie tief sie vom franziskanischen Geist geprägt war. Für Crescentia war die Welt nicht einfach das, was uns umgibt. In jedem Geschöpf konnte sie etwas von Gottes Liebe und Größe entdecken. Deshalb ging es für sie darum, Gott nicht nur im Gebet zu suchen, sondern ihm mitten im Leben zu begegnen, in den Mitmenschen und auch der Schöpfung.
Genau darin wird ihre Verbindung zu Franz von Assisi sichtbar. In diesem Jahr feiern wir 800 Jahre Franziskus. Sein Sonnengesang erinnert uns daran, dass Sonne, Wasser, Erde, Feuer und alle Geschöpfe miteinander verbunden sind und auf ihren Schöpfer verweisen. Franziskus lädt uns ein, die Schöpfung nicht selbstverständlich hinzunehmen, sondern sie mit offenen Augen wahrzunehmen und dankbar zu sein.
Auch heute ist dieser Gedanke für unsere Gemeinschaft aktuell. Crescentias Worte laden uns ein, wieder genauer hinzuschauen:
Wo entdecke ich in meinem Alltag etwas von Gottes Liebe und Größe?
Welche Menschen, Dinge oder Erfahrungen nehme ich oft als selbstverständlich hin, obwohl sie ein Geschenk sind?
Wie zeigt sich meine Dankbarkeit für Gottes Schöpfung, in meiner Haltung, in meinem Umgang mit anderen und in meinem täglichen Handeln?
Vielleicht lässt sich diesen Fragen besonders gut bei einem Spaziergang durch unseren besinnlichen Klosterberggarten nachgehen. Seine Gestaltung greift Elemente aus dem Sonnengesang des heiligen Franziskus auf und lädt dazu ein, innezuhalten, die Schöpfung bewusst wahrzunehmen und den Blick wieder auf Gott zu richten.
Nehmen Sie sich Zeit. Gehen Sie ein Stück durch den Garten, lassen Sie die Worte von Crescentia und Franziskus auf sich wirken und entdecken Sie vielleicht ganz neu, was es heißt, Gott mit und durch seine Geschöpfe zu lieben und zu ehren.
Sr. M. Annika